„Rückschubdoppelplatte“ – Versionsunterschied

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Nach Erreichen einer normalen Verzahnung kann die RDP zur Retention (Vermeidung eines Rückfalls) nächtlich weitergetragen werden.
Nach Erreichen einer normalen Verzahnung kann die RDP zur Retention (Vermeidung eines Rückfalls) nächtlich weitergetragen werden.

== Einzelnachweise ==
Wolfgang Ott,Wolfgang Krug,H. P. Vollmer: Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin, Georg Thieme Verlag 2002, 650 S., ISBN: 978-313-131781-0

== Literatur ==
https://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/iok/doi/10.1055/s-2001-19680
Franz-Günter Sander: Dentale und skelettale Effekte bei der Anwendung der Rückschubdoppelplatte (SIII) für die Klasse-III-Behandlung

Dental and skeletal effects during treatment of a Class III malocclusion with the Sander III (SIII appliance)



== Weblinks ==
== Weblinks ==

Version vom 13. Januar 2011, 17:31 Uhr

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Rückschubdoppelplatten (Abkürzung: RDP, auch Sander III Apparatur) sind ein kieferorthopädisches Gerät (Zahnspange) zur Behandlung von Mesialbisslagen (Progenie) im Kindesalter.

Sie wurden Mitte der 1990er Jahre von Franz Günter Sander in Ulm entwickelt. Genau genommen handelt es sich bei Rückschubdoppelplatten um ein Paar aktive Platten mit einer besonderen Zusatzausstattung, bestehend aus:

  • 1 Paar Sporne, die aus der oberen Platte in anatomischem Winkel nach unten ragen
Rückschubdoppelplatte Doppelbild, Details beschriftet
Rückschubdoppelplatte Doppelbild, Details beschriftet
  • 1 Paar verstellbare Widerlager an der Innenseite der unteren Platte, die im Mund hinter den Spornen zu liegen kommen.

Das technische Problem besteht darin, dass ein Rückschub des Unterkiefers nur in kleinen Schritten möglich ist, anders als ein Vorschub (vielerlei Vorschubdoppelplatten gegen Unterkiefer-Rücklagen sind altbekannt). Es wird bei der RDP dadurch gelöst, dass die Widerlager für die Sporne über Schraubgewinde stufenlos in der Platte nach vorn geführt werden können. Dadurch wird die untere Platte, und damit der Unterkiefer ihres Trägers, gegen die Sporne zurückgeschoben. Dieses allmähliche „Zurückschrauben“ können die Patienten(-eltern) nach Anleitung des Kieferorthopäden auch selbst vornehmen. Dabei sind die Zeitintervalle so anzupassen, dass die Kieferknochen und -gelenke damit nicht überfordert werden.

Außerdem übertragen die Sporne eine reziproke, nach vorwärts gerichtete Kraft auf die obere Platte. Diese fördert messbar die Vorwärtsentwicklung des Oberkiefers und damit die gesamte Kieferregulierung, weil ein unterentwickelter Oberkiefer häufig zu Mesial- oder Kreuzbissen beiträgt. Zugleich kann eine Expansionsschraube („Dehnschraube“) oder eine dreigliedrige Bertonischraube genutzt werden. Daher kann die RDP auch als Alternative zur hinderlichen Delaire-Maske gesehen werden, die zusammen mit anderen Fertigteilen in der modernen Kieferorthopädie verbreitet wird, aber für die Kiefergelenke nicht ungefährlich ist.

Um der RDP genug Halt zu geben, sind ausgewachsene erste Molaren (6er) zumeist erforderlich. Weil an der RDP höhere Kräfte auftreten als an ungekoppelten aktiven Platten, sind zusätzliche Halteklammern an weiteren Zähnen ratsam. Soll die Frühbehandlung z.B. bei erblicher Progenie schon eher begonnen werden, bieten konfektionierte Trainer (z.B. der Schienenaktivator) bis dahin den Vorteil, unabhängig von Haltezähnen zu sein.

Nach Erreichen einer normalen Verzahnung kann die RDP zur Retention (Vermeidung eines Rückfalls) nächtlich weitergetragen werden.

Einzelnachweise

Wolfgang Ott,Wolfgang Krug,H. P. Vollmer: Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin, Georg Thieme Verlag 2002, 650 S., ISBN: 978-313-131781-0

Literatur

https://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/iok/doi/10.1055/s-2001-19680 Franz-Günter Sander: Dentale und skelettale Effekte bei der Anwendung der Rückschubdoppelplatte (SIII) für die Klasse-III-Behandlung

Dental and skeletal effects during treatment of a Class III malocclusion with the Sander III (SIII appliance)